Warum der Staat in die Wirtschaft eingreifen soll

Warum der Staat in die Wirtschaft eingreifen soll

Arthur Cecil Pigous Buch „Economics of Welfare“ gehört zu den Standardwerken der Ökonomie. Er zeigt darin die Grenzen des staatlichen Laisser-faire auf und entwickelt zum ersten Mal eine Theorie dafür, wann und warum der Staat in den Wirtschaftskreislauf eingreifen sollte. Sein Buch bildet die Ausgangslage für eine staatliche Wirtschaftspolitik. Mit 34 Jahren schrieb er die erste Fassung seines Klassikers, den er zunächst „Wealth and Welfare“ nannte und später in „Economics of Welfare“ umbenannte. Arthur Cecil Pigou wollte mit seinem Werk den Politikern eine theoretische Basis liefern, um das Wohlergehen einer Gesellschaft zu steigern.

GesetzArthur Cecil Pigou wollte eine gerechtere Verteilung des Einkommens

Arthur Cecil Pigou vertraute nicht der Harmonie des Marktes und glaubte nicht, dass, was für den einzelnen Menschen gut war, auch der Gesellschaft zum Vorteil gereiche. Wohlfahrt war für den Ökonomen Arthur Cecil Pigou vor allem ökonomische Wohlfahrt, die sich am Sozialprodukt messen lässt.

Um die Wohlfahrt in der Gesellschaft zu mehren, wollte Pigou eine andere Verteilung des Einkommens. Er war der Meinung, dass es gut sei die Reichen zu besteuern und das Geld den Armen zu geben, da ein Reicher aus seinem Einkommen einen geringeren Nutzen ziehe als ein Armer. Deshalb werden die Reichen unter der Steuer auch nicht stark leiden.

Arthur Cecil Pigou entwickelt eine neoklassische Beschäftigungstheorie

In seinem Buch „Theory of Unemployment“ hatte Arthur Cecil Pigou eine neoklassische Beschäftigungstheorie entwickelt. Er stellt darin die These auf, dass die Arbeitslosigkeit vor allem auf die starren Löhne und die abgeschotteten Arbeitsmärkte zurückzuführen ist. Wenn die Löhne in einer Rezession sinken, sinken damit auch ganz allgemein die Kosten und die Unternehmer würden wieder mehr Arbeitskräfte einstellen.

Arthur Cecil Pigou hat in vielen Bereichen der Wirtschaftstheorie geforscht. Zum Beispiel erklärte er erstmals die Wellen in der Konjunktur auch mit psychologischen Faktoren, etwa durch einen Stimmungswechsel der Unternehmer über ihre zukünftigen Einnahmen. Er forderte kurzfristige Maßnahmen des Staates wie öffentliche Aufträge, um die Konjunkturdellen zu überbrücken. Von der langfristigen Wirkung solcher Maßnahmen hielt er nicht viel. Er befürchtete, dass der Staat private Investoren vom Markt verdrängen werde, wenn er seine Konjunkturpolitik über Schulden finanziere und dadurch die Zinsen in die Höhe treibe.

Kurzbiographie: Arthur Cecil Pigou

Arthur Cecil Pigou wurde am 18. November 1877 in Ryde auf der Insel Wright geboren. Er besuchte eine der exklusivsten Schulen Großbritanniens, Harrows, wo Winston Churchill ein Klassenkamerad von ihm war. Im Alter von 20 Jahren ging er auf das Kings College in Cambridge, um Geschichte und Moralwissenschaften zu studieren. Die Ökonomie war ein Teilgebiet seines Studiums.

Von 1901 an unterrichtete er in Cambridge und übernahm 1908, nach dem Tod des Ökonomen Alfred Marshall, im Alter von 30 Jahren, dessen Lehrstuhl. Arthur Cecil Pigou lehrte an der Universität bis 1943 und blieb auch nach seiner Emeritierung bis zu seinem Tod im Jahr 1959 in Cambridge.

Von Hans Klumbies

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