Der Aufstieg Chinas zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht

Der Aufstieg Chinas zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht

Nach Berechnungen der Wirtschaftszeitung „Financial Times“ hat sich China in den vergangenen beiden Jahren zum größten Kreditgeber der Schwellen- und Entwicklungsländer entwickelt. Geschätzte 82 Milliarden Euro dürften die Regierung von China und die chinesischen Banken an Darlehen an die Zweite und Dritte Welt vergeben haben. Damit haben sie zum ersten Mal die von den USA dominierte Weltbank überholt. Der Aufstieg Chinas kommt nicht von ungefähr. Die Wirtschaftskrise des Westens hat Peking damit strategisch sehr geschickt zum eigenen Vorteil ausgenützt. Denn mit seinen Milliardengaben sichert sich China einen starken ökonomischen Einfluss in den Ländern von Venezuela und Brasilien bis Afrika und Südasien, die reich an Bodenschätzen sind, um mit den dort vorhandenen Rohstoffen ihre Industrie weiter auszubauen.

China verfügt über die größten Devisenreserven der Welt

ChinaGleichzeitig baut China diese Regionen als Absatzmärkte der Zukunft für seine Produkte aus. Zudem gewährt das Land günstige Zinsen, ohne dabei nach Demokratie, Menschenrechten oder Umweltschutz zu fragen. Der chinesische Staatschef Hu Jintao sagte vor kurzem bei seinem Amerikabesuch: „Die Dominanz des Dollars ist ein Produkt der Vergangenheit.“ Inzwischen ist China längst zum wichtigsten Käufer amerikanischer Staatsanleihen geworden verfügt, dank seiner gewaltigen Handelsüberschüsse, über die bei weitem größten Devisenreserven der Welt. Es handelt sich um die astronomische Summe von 2.600 Milliarden Dollar.

Zuletzt hat China sogar versprochen, griechische und portugiesische Staatsanleihen zu kaufen, um so die Eurozone zu stärken. Und immer deutlicher vertritt Peking auf der internationalen Politikbühne seine globalen Interessen. Bei der jüngsten UNO-Klimakonferenz wurden erfolgreich alle Gesetzesentwürfe abgewehrt, von denen die eigene Industrie Nachteile zu erwarten gehabt hätte. Gleichzeitig ist China zum größten Hersteller von Solaranlagen und Windkraftparks aufgestiegen.

China will 1.500 Milliarden Dollar in Zukunftstechnologien investieren

Geopolitisch beansprucht China die Vormachtstellung im gesamten Südchinesischen Meer, in dem die bedeutendsten Ölvorkommen von Sri Lanka bis zu den Philippinen vermutet werden. In Afrika haben die Chinesen schon längst die Rolle des wichtigsten Handelspartners übernommen. Sie geben selbst diktatorischen Herrschern ohne moralische Kritik Kredite, bauen dann in ihren Schuldnerländern Straßen, Häfen, Eisenbahnen und erhalten im Gegenzug günstigste Konditionen für den Kauf von Öl, Kohle, Erzen oder Holz. Außerdem erhalten sie riesige Landflächen, um dort Nahrungsmittel anzubauen.

Allein im Jahr 2009 hat China 56 Milliarden Dollar in Afrika investiert. Über eine Million Chinesen arbeiten inzwischen auf dem Schwarzen Kontinent. Aktuell streben die Strategen der Kommunistischen Partei Chinas den Aufstieg von der größten Werkbank des Planeten zur technologischen Überlegenheit an. Insgesamt soll in den nächsten fünf Jahren die gigantische Summe von 1.500 Milliarden Dollar in die Entwicklung von Zukunftstechnologien fließen. Der Aufstieg Chinas zur Weltmacht ist scheinbar nicht mehr aufzuhalten. Im Vorjahr hat das Land die Japaner überrundet und ist zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Erde aufgestiegen.

Von Hans Klumbies

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