Der konservative Ökonom Friedrich August von Hayek

Der konservative Ökonom Friedrich August von Hayek

Nach seiner Rückkehr von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs wollte Friedrich August von Hayek an der Erschaffung einer neuen, besseren Welt mitwirken. Die sozialistische Lehre schien im dafür am besten geeignet zu sein. Große Begeisterung empfand er damals für die planwirtschaftlichen Vorstellungen eines Walter Rathenaus. Angetan war er auch von der Lektüre des Buches „Gemeinwirtschaft“ seines großen Mentors Ludwig von Mises, der darin die These von der Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen aufstellte. Die Jahre 1923 und 1924 verbrachte Friedrich August Hayek in Amerika, wo der die Vorlesungen des Institutionalisten Wesley Clair Mitchell besuchte.

Der Bestseller „Der Weg zur Knechtschaft“

Dessen Thesen geißelte Friedrich August von Hayek später als Konstruktivismus: die irregeleitete Vorstellung, wonach die Menschen alle gesellschaftlichen Institutionen bewusst geschaffen haben und deshalb nach ihrem Gutdünken jederzeit ändern können. 1931 hielt er eine Gastvorlesung an der School of Economics. Der Vortrag war so beeindruckend, dass ihm sofort ein Lehrstuhl an der renommierten Hochschule angeboten wurde, den er auch annahm.

Schach1944 warnte Friedrich August von Hayek in seinem Bestseller „Der Weg zur Knechtschaft“ die Sozialisten aller Parteien vor den totalitären Gefahren jedes Versuches, eine Planwirtschaft einzuführen, da diese in der Despotie enden werde, auch wenn dies nicht die Absicht der Planer wäre. John Maynard Keynes lobte das Buch zwar, war aber der Meinung, dass moderate Planung nicht weiter gefährlich sei, wenn sie in einer Gesellschaft stattfinde, in der die Planer moralisch richtig denken, fühlen und handeln.

Die Bildung des Preies auf Konkurrenzmärkten

Nachdem der Ökonom zwölf Jahre an der Universität Chicago gelehrt hatte, kehrte er 1962 nach Europa zurück und übernahm den Lehrstuhl Walter Euckens an der Universität Freiburg. Nach einer Gastprofessur in Salzburg kehrte er 1977 nach Freiburg zurück. In seinem letzten Buch „The Fatal Conceit: The Errors of Socialism“, das 1988 erschien, beschrieb Friedrich August von Hayek noch einmal die fatalen Irrtümer des Sozialismus, mit denen er sich sein ganzes Leben lang auseinandergesetzt hatte.

In den Wirtschaftswissenschaften glaubte Friedrich August von Hayek eine Entdeckung und zwei Erfindungen gemacht zu haben. Mit Entdeckung umschrieb er seine Auffassung von der Bildung des Preises auf Konkurrenzmärkten als einer Institution, die Produzenten und Konsumenten veranlasst, sich an Umstände und Vorgänge anzupassen, die sie vorher überhaupt nicht kannten. Das in einer Marktordnung erzeugte Wissen erlaubt den Teilnehmern am Markt, auf Informationen zurückzugreifen, die ihnen sonst nicht zur Verfügung stehen würden.

Die Marktprozesse sind laut Friedrich August von Hayek nicht nur geeignet vorhandenes Wissen zu nutzen, sondern sie begünstigen darüber hinaus innovatives, experimentierfreudiges Verhalten, sprich die Produktion von neuem Wissen. Dauerhafte Beziehungen in Märkten sind für Friedrich August von Hayek der Inbegriff einer gewachsenen, spontanen Ordnung, die unabhängig von Zwecken ist. Es handelt sich dabei um eine Institution, die unter Beachtung von allgemeinen, abstrakten Verhaltensregeln durch wechselseitige Anpassung ihrer Mitglieder zustande kommt.

Kurzbiographie: Friedrich August von Hayek

Friedrich August von Hayek wurde am 8. Mai 1899 in Wien geboren. Im Haus der Eltern lernte er schon früh die späteren Nobelpreisträger Erwin Schrödinger, Karl von Frisch und Konrad Lorenz kennen. Mit Ludwig Wittgenstein war er entfernt verwandt. Nach dem Ersten Weltkrieg studierte er in Wien Jura. Die meiste Zeit seines Studiums beschäftigte er sich allerdings mit der Volkswirtschaftslehre und der Psychologie.

Danach studierte Friedrich August von Hayek Staatswissenschaften, um seine ökonomischen Kenntnisse zu vervollständigen. Sein Doktorvater war Friedrich von Wieser. 1944 veröffentlichte er sein bekanntestes Buch: „Der Weg zur Knechtschaft“. Die Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften im Jahre 1974 verschaffte Friedrich August von Hayek noch einmal einen gewaltigen Popularitätsschub. Friedrich August von Hayek starb am 23. März 1992 in Freiburg.

Von Hans Klumbies

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